Berimbau
Das Wort “Berimbau” hat im Brasilianischen drei Bedeutungen: die Maultrommel, den Mundbogen (Berimbau de boca; Mundberimbau) und eben den Musikbogen, die eigentliche Capoeira- Berimbau. Es wird im Unterschied zur Mundberimbau auch Berimbau de barriga (Bauchberimbau) genannt.
Das Instrument besteht aus einem biegsamen, aber widerstandfähigen Stock des Acrá-, Gabiroba- oder Beribábaumes. Als Saite dient ein Stahldraht (arame de aço), der sich in den verbranneten Resten eines Autoreifens findet. An den nun gespannten Stock wird die Kalebasse (Cabaça), ein ausgehölter Kübis mit einer Schnur fixiert. Sie dient als Klangkörper und weisst mit ihrer offenen Seite an den Bauch des Interpreten. Indem man die Höhe der Kalebasse am Stab verstellt, verändert man auch die Spannung der Stahlseite und somit die Tonhöhe des Instrumentes. Man kann das Instrument also mehr oder weniger stimmen. Mit einem etwa 30cm langen Holzstab, der Baqueta, schlägt man die Saite an und mit einem flachen Stein oder einer Münze verändert man die Tonhöhe durch Druck auf den Draht oder man erzeugt einen Schepperton, indem man nur sehr leichten Druck ausübt. In der Anschlaghand hält man neben der Baqueta auch noch das Caxixi, eine kleine Gefäßrassel, die den Rhythmus betont.Es gibt in der Capoeira drei verschiedene Berimbaus:
Die Viola ist die Berimbau mit der kleinsten Kalebasse. Sie erzeugt den höchsten Ton.
Das Médio ist eine Berimbau mit einer mittelgroße Kalebasse.
Die Gunga. Sie klingt am tiefsten und hat den größten Klangkörper. |